Bleistift

Die Angst als unterwünschter Gast
Wer möchte sich schon mit Angst beschäftigen? Es gibt wirklich Angenehmeres. Ich habe ein kleines Experiment gewagt und mich bewusst anders verhalten als gewohnt.

Wenn wir ängstlich sind oder uns eine unterschwellige Angst befällt, neigen wir dazu, dieses Gefühl zu verdrängen oder zu betäuben. Aber was passiert, wenn wir der Angst in die Augen sehen? Ich habe die Gelegenheit beim Schopf gepackt, mir intuitiv mein Zeichenwerkzeug zusammengesucht (ein ängstlicher, matter Bleistift) und losgelegt.

Der Angst einen Raum geben
Es entstand ein zartes Bild mit eindringlichem Charakter. Ich bin immer noch überrascht, welche Elemente sich zeigen. Das aufgerissene Auge, bedrängt durch die Zeit. Die Zeit scheint wohl eine große Rolle zu spielen. Da ist die Sanduhr, die Ziffern, das Pendel. Sehr aufschlussreich. Mich würde sehr interessieren, wie die Angstportraits anderer Menschen aussehen.

Übrigens hat mir das Zeichnen große Erleichterung verschafft, die Spannung, der Druck, die Angst, haben sich aufgelöst und ich erinnere mich gut an den entspannten Zustand, in dem ich mich anschließend befand.

Ein ebensolches Experiment habe ich mit dem Gefühl der Wut gewagt.