Tusche


Was ich persönlich am Flamenco so liebe, ist, dass er Eleganz und Schönheit eines jeden Menschen hervorholt und manchmal habe ich das Gefühl, der Tanz wirkt noch echter, lebendiger und anmutiger, je mehr der Tänzer schon erlebt hat.

Das Portrait ist zum Thema Buleria entstanden, einem speziellen Flamencotanzstil
Ihren Ursprung hat die Buleria in Jerez, wo sie schon früh zu sämtlichen Festivitäten vorgetragen wurde. Der Name leitet sich wahrscheinlich von dem spanischen Wort für Spott, »Burleria«, ab und in diesem Sinne kann auch ihr Charakter verstanden werden. Wer bayerisch-österreichische Gstanzl kennt, kann sich gut den ursprünglichen Sinn der Buleria herleiten. Es war Aufgabe des Sängers spöttische Kurzgedichte über anwesende Gäste in Liedform zum Besten zu geben. Heute gibt es viele Interpretationsmöglichkeiten für die Buleria. Die regionalen Unterschiede spielen dabei eine große Rolle. Eine Buleria aus Sevilla hat einen ernsthaften, an die Soleá erinnernden Charakter, die Buleria aus Cádiz wirkt lebhafter und beschwingter.

Aus ‚El Duende – Takt und Gefühl für TänzerInnen‘ von Franziska Sörgel